Troubleshooting Troublemaker

Wie schon an anderer Stelle erwähnt sind die meisten Schriftsteller ja mehr oder weniger gezwungen, regulären Berufen nachzugehen, die wenigsten können vom Schreiben allein leben und das trifft auch auf mich zu 😉 .

Unzufriedenheit im Job, das „scheinbar Unvermeidliche ertragen“ und dann im Laufe der Zeit immer verbitterter und abgestumpfter der Arbeit gegenüber zu werden, oder stattdessen den Versuch unternehmen, etwas zu verändern (auch auf die Gefahr hin, jemandem auf den Fuß zu treten)  oder gar den Schritt ins Unbekannte, sprich zu einer neuen Firma zu wagen … was ist da besser? Eines der häufigsten Argument lautet: „ich weiß ja nicht, wie es in der neuen Firma dann ist. Es könnte ja noch schlimmer sein.“ Richtig, aber könnte es nicht vielleicht auch besser dort sein?

Ich weiß, wie unheimlich schwer es ist, den Mund aufzumachen gegenüber jemanden, der einem überstellt ist und dass solche Menschen einem buchstäblich das Leben zur Hölle machen können. Das habe ich jetzt erst wieder selbst bitterlich erfahren dürfen. Auch hat man natürlich die daran hängende, persönliche Situation im Hinterkopf, die Existenzangst ansich, usw. Das kann man unmöglich pauschal beurteilen, das muss jeder für sich und seine Lage selbst entscheiden.

Ich für meinen Teil bin eher ein Fan von Troubleshooting, d.h. auch wenn ich mich vielleicht in die Nesseln setze, möchte ich wenigstens versuchen, Probleme zu beheben. Doch was der eine als Troubleshooting ansieht, betrachtet der andere oft als Troublemaking. Das sind dann i.d.R. genau die Menschen, die statt rational abzuwägen, ob die Veränderung einen Vorteil bringt nur stur nach der Devise arbeiten: „Das haben wir immer schon so gemacht. Das ist halt so. Kannst du eh nicht ändern. Die da oben wollen das ja nicht anders. Da sollen sich andere drum kümmern.“ Mit solchen Sätzen tue ich mir sehr schwer, vor allem, wenn mir dadurch meine Arbeit erschwert wird.

Das größte Problem liegt meist in der Hirarchie. Wenn man es in Führungspositionen (und das schon ab der untersten Ebene) mit Menschen zu tun hat, die schon seit zwanzig, dreißig Jahren ihren Stiefel immer gleich fahren und dann noch jede noch so kleine Idee im Keim ersticken, auf ihrem Vorgesetztenstatus mit aller Kraft herumpochen statt den Verstand einzuschalten und alles daran setzen, einem ihre eigene stupide, engstirnige, festgefahrene und unproduktive Meinung bzw Arbeitsweise aufzwingen zu wollen, ist das echt übel. Wenn diese Vorgesetzten dann auch noch so viel Blei im Hintern haben, dass man damit die Titanic ein zweites Mal versenken könnte …  doch ich schweife ab 😉 . Ich möchte jedenfalls nicht in ein paar Jahren ebenfalls zu so einem verbitterten unzufriedenen Ableger eines solchen Menschen mutieren.

Traurig, wenn eine solide Firma mit erstklassigen Produkten an der Untauglichkeit der eigenen Führungskräfte (Plural wohlgemerkt!) bis in die höchste Ebene regelrecht erstickt. Ich für meinen Teil hab jedenfalls mein Möglichstes versucht, die Probleme zu beheben… Nun bleibt für mich nur noch die Frage, worauf es rauslaufen wird: Love it, change it or leave it?

18. März 2017