Kommentare der Figuren

Wie schon auf der vorigen Seite erwähnt, hier der kleine Einblick in die Gedanken der Figuren. Viel Spaß beim „Zuhören“ 😉

Klick einfach den entsprechenden Namen an, um zu der von dir gewählten Figur zu gelangen. Alternativ kannst du natürlich auch einfach nur durchscrollen.

COLEEN

JEREMIAH      WILLIAM

BEE      GEB      MIRA      SAM

BRACKET      ISABELLA

IVY

Coleen:

Hast du eine Ahnung wie es ist, deine Eltern nicht zu kennen? Nicht zu wissen, wer sie waren, wie sie waren, wie ihr Lachen geklungen hat, was sie gern gemacht, gern gegessen haben, wer ihre Freunde waren … Aber vor allem hat sich mir immer die Frage gestellt: warum hat sich mein Vater nicht um mich gekümmert? Warum hat er nie nach mir gesucht? Wo ist er? Ist er auch tot? Ist meine Mutter vielleicht sogar vor ihm weggelaufen? All diese Fragen habe ich damals nie laut gestellt. Wem auch? Es gab ja niemand, dem ich sie hätte stellen können.
Ob es richtig war, was ich mit dem Stein getan habe? Wie soll man verantwortungsvoll mit etwas so Gewaltigen, Machtvollen umgehen? Ich glaube, über kurz oder lang erliegt jeder Mensch, egal wie gut seine Absichten auch sein mögen, der Verlockung der Macht und die Jagd danach würde nie enden, besonders jetzt, wo alle Welt von der Existenz dieses Steines weiß.
Und es geht uns doch gut, oder nicht? Das ist alles was zählt.

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Jeremiah:

Früher war ich wohl ein ziemlich oberflächlicher Idiot, hm? Ich hatte mich für unverwundbar und ach so schlau gehalten! Dass mich der Lord zu jener Zeit in den Kellergewölben erwischt hat und ich folglich nicht nur meinen Status, sondern wirklich alles verloren habe – Geld, Besitztum, Freiheit – war schon ein ziemlich harter Schlag gewesen. Aber jetzt im Nachhinein bin ich mehr als froh, sonst wäre alles nicht so gekommen, wie es gekommen ist.
Eliana war nicht nur schön, sie war … einzigartig. Es fällt schwer, es zu beschreiben, doch wer jemals so einem Menschen wie ihr begegnet ist, wie kurz auch immer die Begegnung gewesen sein mag, wird ihn nie mehr vergessen. Unter Elianas  zartem Äußeren steckte eine unvergleichliche, starke Frau. Sie ist weit über ihre Grenzen hinaus bis in den Tod gegangen für das, woran sie unumstößlich geglaubt hat und um den Menschen zu schützen, der ihr wichtiger war, als alles andere auf der Welt. Ich werde sie für immer in meinem Herzen tragen.
Was Casserat angeht, da hat Geb sich eine Menge vorgenommen. Ich hoffe er bekommt die Stadt in den Griff, denn leicht wird es mit Sicherheit nicht werden. Aber wenn es einer schafft, dann sicher er.

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William:

War ein ziemliches Scheißleben, das ich da geführt hab beim Wirt. Klar, ich hatte meine Mutter, aber der ging es ja auch kein bisschen besser als mir, im Gegenteil. Und ich wollte da raus, ich musste uns da rausholen, um jeden Preis! Und nicht nur uns beide, auch den kleinen Pete. Ich muss jetzt noch lachen, wenn ich daran denke: diese halbe Portion mit der piepsigen Stimme … tsss.
Na und die Sache mit den Drachenjägern war ja – zum Glück! – letztendlich ein tiefer Griff in den Misthaufen 😀 Man stelle sich mal vor, ausgerechnet ich hätte Erfolg gehabt und Skadlaris verletzt, geschweige denn getötet!
Aber jetzt ist alles gut. Allerdings bin ich der festen Überzeugung, dass, wenn ich das alles, irgendwann in ein paar Jahren mal, meinen Kindern erzähle, mir das keiner glauben wird. Mit der Zeit wird vermutlich aus dieser ganzen Geschichte ein Mythos werden.

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Bee:

Ob ich jetzt, wo alles vorbei ist, glücklich bin? Hm. Denke schon. Früher hätte ich ganz klar „Nein“ geantwortet. Kennst du das, wenn du dich eine lange, wirklich lange Zeit nach etwas sehnst, von dem du aber weißt, dass du es nicht haben darfst? Und wenn du dann eines Tages beschließt, allen Hindernissen zum Trotz dein Ziel ins Auge zu fassen, wenn du den Mut fasst, nach den Sternen zu greifen – nur um dann festzustellen, dass dein tiefster, innigster Wunsch nie mehr in Erfüllung gehen kann, weil …
Es tut weh. Ich würde lügen, wenn ich was anderes behaupten würde. Hannah war DIE Frau in meinem Leben. Die Frau, mit der ich alt werden wollte. Die Frau, der mein ganzes Herz gehörte. Mit ihr konnte ich lachen, streiten, und stundenlange Gespräche führen über alles, was mir gerade durch den Kopf ging. Sie war warmherzig und hat sich für die Menschen um sie herum buchstäblich aufgearbeitet, ohne auch nur einmal an sich selbst zu denken.
Das muss man sich mal überlegen: sie nimmt ein völlig fremdes Kind bei sich auf, das sie auch noch an diesem verfluchten Ort gefunden hat. Jeder andere Mensch wäre erstens schon gar nicht dorthin gegangen – geschweige denn allein! Und zweitens hätte keiner sich getraut, von dort ein Lebewesen mitzubringen. Aber nicht meine Hannah! Sie hat das Baby bei sich aufgenommen und das wohlgemerkt gegen den Willen des ganzen Dorfes! Und sie hat sich um das Kind gekümmert und es wie eine Löwin bis zum letzten Atemzug verteidigt. Was für eine Frau!
Hm. Den Rest meines Lebens konnte ich leider nicht mit ihr zu teilen. Aber ich bin trotzdem zufrieden, denn ich habe wieder eine neue Familie, auch wenn wir nicht verwandt sind, aber das ist egal. Ich bin froh, dass ich mit ihnen zusammenleben und alt werden kann.
Ja und Sam? Außenstehende mögen ihn für dumm oder einfältig halten. Ich seh das anders. Sam hat eine so einfühlsame Art mit Tieren und Pflanzen umzugehen … Er ist geduldig, liebevoll und sorgfältig in allem was er tut und er hat das Herz auf dem rechten Fleck. Was will man mehr?

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Geb:

Die Felseninsel ist grauenvoll. Sadistische Wächter, die nur darauf warten, dich zu demütigen, zu vergewaltigen oder zu töten. Nichts lebt dort: keine Pflanzen, keine Tiere … na, fast keine: Erdmuckel gibt’s da. Wenn ich dran denk, wie Jeremiah mir Joey das erste Mal gezeigt hat … Der Kerl war buchstäblich mit dem nackten Leben davongekommen und hatte nichts anderes im Kopf, als dieses kleine, unförmige, bissige Vieh zu uns in die Höhle zu nehmen und es gesund zu pflegen. Muss man sich mal vorstellen! Hm, schätze Jeremiah war schon immer irgendwie verrückt. Wir beide sind zusammen durch die Hölle gegangen. Wir haben überlebt. Damit hat Lord Cyric sicher damals nicht gerechnet, als er Jeremiah auf die Insel geschickt hat.
Bin ja wegen Todschlag dort hingekommen. In meinen Augen hat ein Mann das Recht, sein Heim und seine Familie, mit allem was er hat, zu schützen.
Und was soll daran falsch sein? Würdest du nicht dasselbe tun, wenn du die Wahl hast, entweder das Leben des Angreifers, oder das Leben deiner Frau, deines Kindes …? Und JA, ich würd’s wieder tun, ohne zu zögern, so einfach ist das. Entweder du tust das Richtige, oder du lässt es.
Klar hab ich überlegt, ob ich nicht mit Jeremiah und den anderen einfach mitgehen soll. Allem den Rücken kehren und meine Ruhe haben. Wär sicher der einfachste Weg gewesen. Doch ich hab meine Familie hier: meinen Vater, meinen Bruder und Ivy. Und ich hab jetzt eine Aufgabe.
Ich hatte noch nie Vertrauen in die Rechtsprechung. Warum auch? Der Rat der fünf Städte ist so korrupt wie Casserat selbst. Und genau das werd ich ändern. Es muss sich einfach was ändern, so darf es nicht mehr weiter gehen.
Genug geredet. Muss wieder weiterarbeiten.

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Bracket:

Wie zur Hölle soll ich jetzt – ohne Geld und ohne Personal meine Wirtschaft wieder aufbauen, hä? Alle sind sie weg: der Knecht, die Magd und sogar Sam – und das, ohne dass ihn jemand freigekauft hat! Ich scheiß auf diesen Ausgang der ganzen Geschichte, hört ihr? Was soll das?! Der Rat der fünf Städte war ja schon lästig genug, aber den konnte man immerhin ordentlich schmieren. Aber jetzt will Geb auch noch aus Casserat eine „anständige“ Stadt machen? Dass ich nicht lache, HA! Da müsste er mehr als die Hälfte der Bewohner rausschmeißen, denn die denken genauso wie ich: nix gegen eine anständige Messerstecherei und wenn die Besoffenen so betrunken sind, dass sie nichts mehr mitkriegen, warum soll ich denen da nicht in die Tasche langen? Zwingt sie ja keiner zu saufen.
Aber ich werde schon Mittel und Wege finden, mich schadlos zu halten, Bürgerwehr hin oder her, mir doch egal. Und wenn mir Geb doch mal im Dunkeln über den Weg laufen sollte … nun, an mir soll es nicht liegen, ihn auf nimmer-Wiedersehen spurlos verschwinden zu lassen, auch ohne Schlamorke.

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Mira:

Bracket kann mich ja nu wohl nie nich mehr treten und ich kann endlich ausruhen so lang wie ich will, is so. Na wenn das mal nich ein Grund zu feiern ist! Und die Hauptsache is, dass der … oh je, ich krieg das jetzt noch immer nich hin diesen fürchterlichen Namen auszusprechen, ohne dass ich Gänsehaut krieg! Also nochmal: die Hauptsache is, dass der na dieses schreckliche Vieh eben nu nich mehr is.
Eigentlich nur schade um den kleinen Pete. Hat uns ja ganz schön an der Nase herumgeführt, hihi …

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Sam:

Sam mag es, wo er jetzt lebt. Sam ist glücklich. Bee bringt Sam alles bei, was es über Bienen zu wissen gibt und Bee gibt Sam immer einen schönen Apfel. Dumm ist nur, dass die Bienen stechen, wenn man sie streicheln will. Aber Sam wird sie schon noch zähmen und dann kann er auch ganz nah ran und den ganzen Tag Honig naschen.
Schade, dass Mira nicht da ist. Sam vermisst Mira ganz doll. Mira hat schöne Geschichten erzählt, wie der tapfere Sam die Welt rettet. Ich will auch tapfer sein. Groß und stark bin ich schon, das sagen alle. Sam hat Mira lieb.

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Ivy:

Das mit meinem kleinen Lionel tut immer noch weh. Unendlich weh. Doch ich habe ihn gerächt. Ich weiß, viele Menschen halten nichts von Rache. Ich schon. Das war für mich die einzige Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen und inneren Frieden zu finden. Das Leben geht weiter, sicher und ich bin jetzt glücklich. Aber es wird auch in Zukunft kein Tag vergehen, an dem ich nicht an ihn denken werde.

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Isabella:

Ich bin öffentlich diffamiert, ja gar als Diebin hingestellt worden, und das mir! Aber das war ein großer, ein gewaltiger Fehler. Keiner geht so mit mir um – KEINER! Ich weiß, von den Überlebenden wird in kürzester Zeit niemand mehr einen Gedanken an mich verschwenden, doch das soll mir nur recht sein, denn Rache genießt man am besten kalt. Eiskalt …

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