Ideenschub(s)

Es ist echt frustrierend, wenn man unbedingt an seiner Geschichte arbeiten möchte, aber seine Figuren in eine so verfranste Situation gebracht hat, dass man keinen Ausweg mehr sieht. Es heißt ja, man soll seinen Figuren Steine in den Weg legen und sie vor Herausforderungen stellen, aber meine Figuren hatten vorübergehend offenbar ihre Schaufeln verlegt, um sich selbst wieder freizuschaufeln 😀 .

Hier gehen die Meinungen ja auseinander, wie man damit umgehen soll, wenn man beim Schreiben nicht weiterkommt – die berühmte Schreibblockade. Die einen sagen, weiterschreiben, egal, auch wenn Schmarrn dabei rauskommt, man kann es ja wieder überarbeiten, Hauptsache jeden Tag mindestens eine Seite, die anderen lassen das ganze von einem Außenstehenden lesen und holen sich dort Denkanstöße. Ich für meinen Teil habe jetzt – nachdem meine Schwester grad komplett landunter und daher für einen geistigen Schubs nicht zur Verfügung steht – mein Skadlaris II (momentaner Arbeitstitel – wobei Skadlaris wohl eher ein Randfigurenleben fristen wird*) notgedrungen beiseite gelegt für ein paar Wochen und habe an einem anderen Thema, das mir sehr am Herzen liegt (das aber nichts mit Fantasy zu tun hat), weitergearbeitet.

Gestern habe ich dann Skadlaris II wieder in die Hand genommen und von Anfang an druchgelesen, etliche Szenen komplett umgeschrieben, bei denen die Frage „ist das noch glaubhaft“ mich zweifeln ließ … und siehe da: es flutscht wieder 🙂 . Ich habe einmal in einem Buch über Schreiben gelesen: „Wenn du das Gefühl hast, eine Szene, ein Satz könnte schlecht sein, dann ist er das auch. Streich ihn und mach es besser.“

Ich weiß, bei Fantasy kann man eigentlich ideenmäßig machen, was man will, ist ja Fantasy, aber ich für meinen Teil möchte einfach, dass – trotz aller unrealen Fähigkeiten oder Wesen dennoch die ganze Geschichte logisch und einigermaßen realistisch bleibt und nicht zu sehr ins Zusammenfantasierte abdriftet und man einfach Simsalabim mal eben der Figur eine tolle neue Fähigkeit an die Hand gibt. Ist halt Geschmackssache, aber jedenfalls nicht mein Ding 😛 . Ich glaube auch, wenn man das macht, dass es dem Leser dann vermutlich schwerer fällt, sich mit der Figur zu identifizieren – na und das wär ja quasi sub-optimal, gell 😉 .

* was das Randfigurenleben von Skadlaris im 2. Band angeht: ich habe lange überlegt, ob ich die Drachenfigur ansich wieder aufgreifen soll, aber ich möchte vermeiden, dass das Buch auch nur ansatzweise zu einem Abklatsch des ersten Bandes wird. Die Figur Skadlaris hat ihre Geschichte erzählt und ich möchte nun eine Story schreiben, die der alten an Spannung und Ideen in nichts nachsteht. Aber mal abgesehen von einer handvoll Charaktere wie z.B. Geb oder Bracket, die wieder mitmischen, sollen hier neue Figuren mit neuen Hintergründen ihre Geschichten durchleben und den Leser in ihren Bann ziehen. Wir werden sehen, ob mir das gelingt 😉 .

14. Februar 2016