Ich seh rot!

Tag X rückt näher: die Veröffentlichung des überarbeiteten Buches. Wie ich schon an anderer Stelle erwähnt habe, ist das Buch (das ja als kleiner e-book-Einzelkämpfer das Licht der Welt erblickt hat) nun offiziell bei Knaur untergekommen. Das bedeutet, dass es nochmal vollständig überarbeitet wurde, bzw. teilweise noch wird.

a) Das Cover. Mein ursprünglich erstelltes Bild wurde jetzt noch etwas modifiziert. Als ich vor zwei Tagen den Entwurf bekam, war meine erste Reaktion „woooow, wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, das Bild lebt“. Ziemlich cool, was die daraus gemacht haben 🙂 .

b) Der Klappentext. Meine Schwachstelle – brrr… ob der Verlag hier den eingereichten Entwurf von mir so stehen lässt, weiß ich derzeit noch nicht, aber jedenfalls ist der jetzige Entwurf auch schon deutlich besser, als der ursprüngliche, den ich damals verfasst hatte 😛 .

c) Das Buch. Vor ca. 5 Tagen habe ich das überarbeitete Werk zurückbekommen mit den berühmt-berüchtigten „Fähnchen“. Im ersten Moment war ich regelrecht erschlagen, weil ich dachte, das Teil ist ja nur noch rot – Hilfe, da kann ich es auch gleich neu schreiben! Bis ich gemerkt habe, dass massenweise einfach komplette, ellenlange Absätze vollständig durchgestrichen (alles rot markiert) und genau die gleichen Absätze darunter eingefügt (wieder rot) worden waren. Kein Wunder, dass ich rot sah 😀 . Natürlich hab ich dann Wort für Wort verglichen und festgestellt, dass tatsächlich in den ganzen Absätzen lediglich ein einziges Satzzeichen oder ein einziges Wort verändert worden war. So geht das annähernd den ganzen Text hindurch (im Moment bin ich bei gut der Hälfte). Allerdings sind zwischendrin auch tatsächliche Schnitzer, die schon deutlich mehr Überarbeitung erforderlich machen und bei denen ich mich jetzt im Nachhinein schon frage, warum mir das nicht selbst aufgefallen ist. Nach dem ersten Schreck konnte ich jedenfalls feststellen, dass die Anpassungen und die Hinweise wirklich sehr gut durchdacht und durchaus begründet waren.

Und dann ist da noch die Perspektive. Manchmal habe ich in Szenen sowohl die Sichtweise der einen, als auch die Sichtweise der anderen Figur dargestellt, sprich, wenn z.B. eine Szene mit Jeremiah und Coleen war, dann habe ich neben dem Dialog noch die jeweiligen Gedanken und Empfindungen aus beider Sicht dargestellt. Wie ich jetzt gelernt habe, sollte man die jeweilige Szene nur immer aus Sichtweise einer einzelnen Person darstellen. Der Mensch lernt nie aus 😉

Ich denke, wenn es so weitergeht, wird das Buch wirklich genau den Feinschliff bekommen, der ihm noch gefehlt hat. Jedenfalls bin ich mit dem Lektorat mehr als zufrieden. Ich glaube, ich habe wirklich Glück, genau diese Agentur zur Korrektur zugeteilt bekommen zu haben 🙂 .

Tja, und nachdem ich ja einen Abgabetermin habe und das so ein gigantischer Berg ist, habe ich spontan drei Tage Urlaub genommen, mich in meinem Zimmer verschanzt und seit dem filze ich jeden Satz nochmal akribisch durch…

8. April 2016